...

7.Hausarbeit vom 30.11.2006:
Hypertext: Assoziation und Vernetzung
Der vorliegende Abschnitt aus dem Buch „Schreib Guide Geschichte“ befasst sich mit dem Thema Hypertext.. Nach einer Vorstellung wesentlicher Merkmale von Hypertext werden spezielle Aspekte des Themas behandelt:
• Nichtlinearität und Hypertext
• Module, Links und Kohärenz
• Bericht über „Pastperfect.at“
• Hypertextcreator
• Weiterführende Gedanken.
Querverbindungen sind das leitende Strukturierungsprinzip von Hypertext. Im Unterschied dazu zeichnet dich das wissenschaftliche Journal dadurch aus, dass es seine Struktur aus der Chronologie der Einträge erhält. Hypertexte vernetzen Dokumente durch Links; Textbausteine wachsen dadurch zu Netzwerken zusammen. Der User selbst bestimmt den Weg, den er durch den Text nehmen will. Diese neuen Möglichkeiten haben aber auch Tücken. Der „rote Faden“ kann leicht verloren gehen („lost in hypertext“- Effekt. Um dem dagegenzuwirken müssen spezifische Spielregen aufgestellt und eingehalten werden. Hypertexte haben „offene“ Enden und können immer erweitert und ausgebaut werden. Sie sind im Internet bzw. WWW ortsunabhängig zugänglich und es können daher auch andere Personen leicht integriert werden, eine ideale Voraussetzung, um im Team an einem „Geschichtsnetzwerk“ zu arbeiten. Dies führt dazu, dass nicht nur Texte, sondern auch Autoren nahe kommen können. „Zielgerichtete Kommunikation mit Hypertext-KollegInnen“ steht daher an erster Stelle..
Hypertexte sind netzwerkartig angeordnete, nichtlineare Texte, sie haben keinen definierten Anfang, keinen Hauptteil und keine Zusammenfassung. Alle Teile des Netzwerkes stehen auf der gleichen Höhe. Der Autor gibt dem Leser nicht einen Weg vor, sondern der Leser wählt einen von vielen möglichen Lesewegen (Multilinearität). Schriftliche Texte sind als Seiten zweidimensional, aber als Buch dreidimensional. Auch wenn das Buch auf Linearität ausgelegt ist, kann es nichtlinear rezipiert werden. Hypertext ist nicht nur hinsichtlich der Rezeption ein nichtlineares Medium, sondern auch hinsichtlich des Schreibens.
Die Sprachwissenschaftlerin Angelika Storrer unterscheidet drei Grundformen von Sequenziertheit
Monosequenzierte Texte: Texte sind auf vollständige Lektüre von Anfang bis zum Ende ausgerichtet .Textsegmente lassen sich nicht ohne Risiko für das Verständnis austauschen (z.B. Krimi).
Mehrfachsequenzierte Text bieten verschieden Lesewege. Sie können je nach Zweck abschnittsweise gelesen werden, sie könne aber auch als monosequenzierte Texte behandelt werden. ( z.B. Wissenschaftliches Handbuch, Reiseführer, Kochbuch).
Unsequenzierte Texte können ohne Schaden für das Verständnis in beliebiger Reihenfolge gelesen werden; auch der Einstieg kann frei gewählt werden. Textbausteine sind meist durch Verweise verknüpft.
Der Computer eignet sich in Besondererweise für unsequenzierte Texte, da durch ein Link Verknüpfungen sehr bequem realisiert werden.. „Hypertexte im engeren Sinne sind Computerverwaltete, unsequenzierte Texte.
„Hypertext bedeute das Spiel mit Fragmentierung und (Re-) Kontextualisierung“ Darunter ist das Aufspalten eines Textes in kleine Module („informationelle Einheiten“). Diese werden dann durch Links mit anderen Modulen verknüpft und in Beziehung gebracht. Die informationellen Einheiten müssen jeweils für sich verständliche und modulare (kohäsiv geschlossen) Texte sein. Sie müssen aber auch kontextoffen sein; das heißt, sie sollten möglichst viele Aspekte in sich tragen, die auf andere Einheiten verweisen, um mit ihnen verknüpft werden zu können.
Eine Standardisierung der Größe und Länge einer Einheit gibt es nicht, Zu klein geratene Module können zu einer unerwünschten Aufsplitterung der Information führen, zu groß geratene Module können die Hypertextprinzipien verletzen (kohäsive Geschlossenheit, Kontextoffenheit, Lust auf weitere Vertiefung. Der Text sollte auf den Bildschirm passen und somit nicht aus mehr als 2500 Zeichen bestehen.
Die Struktur des Hypertextes wird durch die Art und Weise bestimmt, wie die informationellen Einheiten miteinander verknüpft sind. Daher ist die Art und Weise der Verknüpfung (Link) ein „Bedeutungstragendes Element. Auch bei der Gestaltung von Hypertexten ist das Ziel, den LeserInnen das Verstehen zu ermöglichen (Kohärenz), d.h. den „roten Faden“ zu finden. Dazu verhelfen typisierte Links. Links werden mit einem Attribut versehen, diese geben an, über welchen Aspekt eine Verknüpfung ausgelöst wird, und wo diese Verknüpfung hinführt. Da bei Hypertext eine stete Selektion und Wahlbereitschaft zwischen angebotenen Einheiten gefordert wird, können typisierte Links eine entscheidende Hilfestellung sein. Mit ihnen kann das Spiel zwischen Fragmentierung und Kontextualisierung organisiert werden. Allerdings setzt die Kohärenzbildung die Kohärenzplanung voraus.
Das nächste Kapitel berichtet aus der Hypertext-Schreibwerkstatt: Pastperfect.at.
Absicht war, zeit- und ortsgebundene „Geschichten“ von „Ereignissen“ aus einem breiten Themenfeld ineinander zu verzahnen und ihre innewohnenden Zusammenhänge klar aufzuzeigen. Diese Geschichten sollten durch eine hohe Zahl von Links die Zusammenhänge historischer Ereignisse transparent werden zu lassen, ohne den „lost in hyperspace-Effekt“ zu riskieren. Diesen Anspruch kann nur ein Team von AutorInnen erfüllen.. Es musste zuerst eine grobe thematische Gliederung getroffen werden, um den großen thematischen Bogen abzudecken.
Erste Schreib-/und gegenseitige Leseproben haben gezeigt, dass es notwendig ist eine kollektive Homogenität anzustreben, ohne die individuelle Kreativität einzuschränken. Eine Voraussetzung für das erfolgreiche kooperative Schreiben von Hypertext ist die Notwendigkeit“ Überlegungen, Vorschläge und Korrekturen bei der Arbeit am Text“ zu verbalisieren und im Team „auszuhandeln“ Beim Verlinken wurde das Team durch ein Content Management System (CMS), bei der Administration, Redaktion und Verknüpfung unterstützt. Als ein ausreichend flexibles System erwies sich das CMS „Virtual Museum System“ (VMS). Vorteil diese Systems ist, dass die Vernetzung mehrfach verknüpfter gleicher Datensätze selbstständig erfragt und in Form von „Querlinks“ am Interface abgebildet werden. Damit wird das mühselige selbstständige Setzen von direkten Links von Einheit zu Einheit erspart. Die Logik dieses Systems erzeugt typisierte Links. Die gemeinsamen Attribute wurden zu den zu den Brücken zwischen den einzelnen Einheiten. Dabei war das Ziel die eigenen Einheiten aus ihrer Isolation zu lösen und vorsichtig in das Netzwerk zu integrieren.
Da reine Quantität zur Sinnlosigkeit führt, geht es auf der Ebene der Verknüpfung um eine sinnvolle Kategorisierung und Hierarchisierung. Handelnde Personen und zentrale Begriffe wurden zu Attributen; diese entstanden prozesshaft, und wurden von den einzelnen AutorInnen angeregt, diskutiert und integriert. Alle Daten, informationelle und Attribute, wurden nach und nach in das CMS integriert, und sind allen AutorInnen zugänglich, die sich online über den Projektfortschritt informieren konnten.. Auf diese Weise entstanden innerhalb von zwei Jahren 700 Texte, die mit 78.000 Links miteinender verknüpft sind.
Selbst bei den Schreibenden ergaben sich bei einer nachträglichen Lektüre ihrer Texte neue Zusammenhänge und Perspektiven. Individuelle Schreibfähigkeit bleibt nach wie vor Wichtig, “Hypertext“ macht Schreiben zu einer Tätigkeit in einer Gruppe.
Der Hypertextcreator ist ein Content Management System (CMS), das online zugänglich ist, und dem Studierenden helfen soll, Inhalte medienadäquat zu produzieren, aufzubereiten und zu vernetzen. Die Logik der Attributzuweisung wurde beibehalten, und stellt auch beim Hypertextcreator das zentrale Werkzeug dar, um typisierte Verknüpfungen und Pfade herstellen zu können. Das mim WWW frei zugängliche Interface, kommuniziert mit dem CMS. Diese bildet den Passwortgeschützten Arbeitsbereich der AutorInnen. Auch beim Hypertext steht am Anfang die Themenwahl und –konkretisierung. Allerdings ist beim Schreiben das Denken in Zusammenhängen erforderlich. Jeder muss das Gesamtthema im Blick behalten und dabei inhaltliche Überschneidungen zu vermeiden. Das Thema ist in Teilthemen zu unterteilen, und daraus informationelle Einheiten zu bilden. Daran schließt sich die Überlegung nach einer sinnvollen Struktur. Die informationellen Einheiten können beim Hypertextcreator über die Ebene „Kontexte“ eingegeben werden. Für die sinnvolle Vernetzung der Texteinheiten ist es notwendig, den Text mit Attributen zu verknüpfen. Dies erfordert einen Austausch und Abklärung mit der Gruppe. Wer schreibt die Begriffserklärungen und Kurzbiographien, wer die die Quellenbeschreibungen? Die Vernetzung wird beim Hypertextcreator über die Attribute hergestellt. Diese werden in das CMS wie die Kontexte eingegeben. Sie erscheinen in den Kontexten als Choiceboxen und können diesen zugeordnet werden. Durch die automatisierte Vernetzung über Attribute, die mehreren Kontexten zugeordnet werden, entsteht ein typisierter Link. Auf diese Weise wird ein Hypertextnetzwerk geschaffen, das nicht nur Text enthalten muss. Bild- und Tonmedien lassen sich problemlos integrieren..
Das Entscheidende an einer solchen Website ist ihr offenes Ende. Der produzierte Inhalt ist nicht abgeschlossen sondern ausbau- erweiter- und diskutierbar. Es ist damit nicht Endprodukt, sondern Ausgangspunkt für neue Projekte
.
Wenn ich auch zu den weiterführenden Gedankenwenig beitragen kann, finde ich die Gedanken von Wittgenstein geradezu prophetisch. Möglicherweise liegt im Hypertextsystem eine neue Form von Wissenschaftlichkeit

Zusammenfassung:
Dieses Kapitel konfrontiert mit vollkommen neuen Möglichkeiten der wissenschaftlichen Textproduktion und ihrer Verbreitung. Für mich war es sinnvoll zuerst Pastperfect.at kennen zu lernen und danach den theoretischen Hintergrund. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Mitarbeit an einem solchen Gemeinschaftsprojekt spannend sein kann und Spaß macht. Es ist mir allerdings nicht klar, wie Hypertext wissenschaftlich genutzt werden kann (Zitiermöglichkeit, Nachprüfbarkeit). Der Abschnitt selbst zeichnet sich durch seine verständliche Sprache und klare Gliederung aus, die auch einem in Internet-Dingen nicht so versierten Leser profitieren lässt.
Romberg - 7. Dez, 06:56

Schauen Sie sich bspw. das Hypertextproject "Europa-Ikonographie in Wien" an. Hier wurden im SS 2004 wissenschaftliche Texte von Studierende verfasst. Fussnoten sind nicht sinnvoll in einem Hypertextsystem. Hierzu wurde zum einen auf die Funktion der Attribute zurückgegriffen sowie zum anderen die amerikanische Zitierweise verwendet. So finden Sie die verwendete Literatur bei den Attributen und die Zitate wurden korrekt ausgewiesen. Soviel zur Nachprüfbarkeit. In bezug auf die Zitiermöglichkeit des Textes selber stimmt es, dass dies ein Problem darstellen kann. Bei einem abgeschlossenen Projekt bleiben die URL Adressen meistens konstant. Somit könnte hierdrüber darauf verwiesen werden. Bei offenen Projekten sieht das etwas anders aus.

Ihre Zusammenfassung ist etwas zu ausführlich. Versuchen Sie im Netz prägnanter und kürzer zu formulieren. Des Weiteren wäre es schön gewesen, wenn Sie von der Verlinkungsmöglichkeit Gebrauch gemacht hätten. Wenn Sie nicht wissen, wie dies geht, schauen Sie auf den Blog Ihrer Kollegin Mariela Stefanova.

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