M4, 9. Aufgabe vom 11.01.2007

Hausarbeit vom 11.01.2207.
Wolfgang Schmale, Geschichte im Netz- Praxis, Chancen, Visionen

Zusammenfassung:
Dem Titel entsprechend betrachtet der Autor das Thema, „Geschichte im Netz“, von drei Gesichtspunkten aus: der Praxis, den Chancen und den Visionen. In der Praxis wird das Web derzeit für die vielfältigsten Zwecke der Geschichtswissenschaft genutzt. Wenige Einträge können allerdings wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Dennoch ist es erforderlich, sich insbesondere mit Beiträgen in Fragen der Gedenk- und Erinnerungskultur zu befassen, um der „Kunst des suggestiven Weglassens“ auf die Spur zu kommen. Dabei müssen besonders Computerspiele und Webgames beobachtet werden, die z.B. den zweiten Weltkrieg als Hintergrund verwenden und durch die Verwendung von Dokumenten verschiedenster Art den Eindruck eines historisch authentischen Geschehens erwecken. Das wesentlichste Merkmal der gegenwärtigen Praxis ist die Systemmodifikation, d.h. dass traditionelle Medien beibehalten werden, aber unter dem Einfluss der so genannten Neuen Medien verändert werden, während andererseits neue Medien eingeführt, aber unter dem Einfluss der alten Medien moduliert werden (Remediation). Als Beispiel steht der Einfluss auf die Schreibformate. Die Website erfordert eine Granulierung oder Portionierung der Inhalte. Daher müssen Texte von vorneherein medienadäquat geschrieben werden, d.h. kurz und bündig, präzise und auf das wesentliche konzentriert. Dabei sollen die Beiträge „an den Enden offen“ für die weitere Vernetzung sein. Das Verknüpfen der Module obliegt dem Nutzer/in. Wissenschaftliche Forschung stellt immer einen Diskussionsstand dar, daher besteht diesbezüglich kein Unterschied zu den traditionellen Medien. Traditionelle und Neue Medien beeinflussen einander zwangsläufig, und es ist der gleichzeitige Umgang mit beiden unerlässlich.
Unter den Chancen versteht der Autor die Transformation der Geschichtswissenschaft als institutionalisiertes System; wobei von zwei Systemen auszugehen ist, von einem alten und einem neuen. Der Autor untersucht diese Transformation an Hand von sechs Beobachtungsfenstern:
1. Die Verflüssigung und Beschleunigung von Kommunikation, d.h. die Produktion und Verarbeitung von wissenschaftlichem Wissen beschleunigt sich, wobei die diesbezüglichen Möglichkeiten des Netzes noch zu wenig genützt werden. Als Gründe werden einerseits die mangelnden wissenschaftlichen Kriterien und andererseits das geringe Ansehen des Publizierens im Netz genannt.
2.) In der Forschung besteht die Barrierelosigkeit als Chance, wird aber zuwenig als Freiraum genutzt. Allerdings stellt die Kontrollierbarkeit der Verwendung wissenschaftlicher Ergebnisse ein Problem dar.
3.) Die Multimedialität als multimediale Darstellungsweise, Nutzung multimedialer Quellen, und Inter- oder Multidisziplinarität stellt eine wesentliche Chance des Netzes dar; dazu kommt der Modus der Globalität.
4.) „Im Netz ist die Inter- und Multidisziplinarität Pflicht“. Damit wird die Interdisziplinarität gefördert. Darüber hinaus wird die Zielgruppenoffenheit des Netzes unterstrichen, wobei der aktiven Sinnbildung der Nutzer/innen hohe Bedeutung zukommt, während die Bedeutung von autoritativen oder autoritären Wissen an Bedeutung verliert.
5.) Das E-Learning kommt in der Geschichtswissenschaft erst langsam in Gang, stellt aber wegen der Effektivitätssteigerung des Lehrens und Lernens eine wichtige Chance dar.
6.) „Das Netz verändert im System der Geschichtswissenschaft die Beziehungen zwischen Individuum, Kollektiv und wissenschaftlichem Wissen“ Das Individuum wird als Träger autoritativen Wissens geschwächt, als Teil eines riesigen Wissensnetzwerkes aber gestärkt.

Im Abschnitt Visionen charakterisiert der Autor Internet und Web als Medienrevolution, die dem Übergang zur Schriftlichkeit und dem Übergang zum Buchdruck in nichts nachsteht. Parallel zum gesellschaftlichen Wandel vollzieht sich ein medialer Wandel. Dieser Wandel bezieht sich auf die Auflösung von stabilen Gebundheiten; diese werden durch Fluidität und Volatilität ersetzt. Der Kohärenz kommt steigende Bedeutung zu. Um in einer in Fluss geratenen Welt Kohärenz zu erzielen sind „Hybridität, Fluidität, Volatilität und Hypertextualität“ erforderlich.
„Die Veränderung unserer Zivilisation bringt eine grundlegende Veränderung geschichtswissenschaftlicher Grundpositionen mit sich“ Für den Autor ergibt sich ein neues Beziehungsystem, das aus den Komponenten Netzwerk-Zivilisation, Konzeptualisierung der Geschichtswissenschaft als Wissenschaft geschichtlicher Kohärenzen im Netzwerk ihrer Zeitschichten, Web als Netzwerkmedium und dem hypertextuellem, fluidem und volatilen Individuum besteht. Geschichte wird nicht mehr selektiv sondern komposit zu sehen und zu verstehen sein.

Kommentar:
Der Abschnitt „Praxis“ zeigt eindrucksvoll die gegenseitige Beeinflussung zwischen den Alten Medien und den Neuen Medien. Das Beispiel der Auswirkung auf die Schreibformate zeigt dass die medienadäquate Schreibweise einerseits weitschweifigen Darstellungen entgegenwirkt, andererseits sollte dies nicht zu Lasten der Vollständigkeit gehen. Im Abschnitt Chancen wird die Problematik des Netzes im Hinblick auf die Anforderungen der Wissenschaftlichkeit angesprochen. In Anbetracht der enormen Vorteile, die das Netz für die Geschichtswissenschaft bringt, ist zu hoffen, dass die Zukunft Lösungen bringen wird. Bei allen positiven Aspekten, die das e-Learning bringt, dürfen die Auswirkungen auf die Sozialkontakte nicht außer Acht gelassen werden. Der visionäre Ausblick sieht eine hochinteressante Entwicklung, die einen grundsätzlichen Wandel in der Geschichtswissenschaft erwarten lässt, nicht zuletzt auf Grund des Siegeszuges des WWW.
Schmale - 17. Jan, 17:20

Kommentar Schmale

Und wie stehen Sie selber zu den angedachten Entwicklungen/Visionen?

6500020 - 23. Jan, 22:27

Nach meiner Meinung werden sich das traditionelle System in der Geschichtswissenschaft und die durch das Netz geschaffenen neuen Möglichkeiten noch länger nebeneinander entwickeln, und gegenseitig beeinflussen. Jedenfalls werfen die neuen Medien nicht nur methodisch eine Reihe von Fragen auf, die noch zu lösen sein werden. Wie sich unsere Zivilisation ändert, wird sich auch die Auffassung von Geschichte in der Zukunft ändern.

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Kommentar Schmale
Und wie stehen Sie selber zu den angedachten Entwicklungen/Visionen?
Schmale - 17. Jan, 17:20
M4, 9. Aufgabe vom 11.01.2007
Hausarbeit vom 11.01.2207. Wolfgang Schmale, Geschichte...
6500020 - 16. Jan, 18:36

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